Kursfahrt nach Krakau im Juli 2019

Kursfahrt des Leistungskurs Geschichte nach Krakau

Die Kursfahrt vom 5. bis zum 11. Juli f├╝hrte uns, 15 Sch├╝lerinnen und Sch├╝ler sowie Frau Meise und Herrn Dr. Zumbrink, nach Krakau. Neben der Besichtigung Krakaus besuchten wir zwei Tage das Konzentrationslager Auschwitz und arbeiteten vor Ort im Archiv.

Am Freitag, den 5.07. in der Fr├╝he, stiegen wir in Bielefeld in den Zug Richtung D├╝sseldorf Flughafen, von wo aus wir nach Krakau flogen. Angekommen in Krakau bezogen wir unser Hotel, welches sich besonders durch seine N├Ąhe zum zentralen Hauptplatz der Krakauer Altstadt, dem Rynek, auszeichnete.  Um einen ersten Eindruck von Krakau zu bekommen, suchten wir diesen noch am Nachmittag auf. Uns allen gefiel Krakaus Altstadt auf Anhieb sehr gut, nicht zuletzt wegen ihrer Lebhaftigkeit und der vielen sch├Ân hergerichteten Geb├Ąude. Dieser Eindruck verst├Ąrkte sich am n├Ąchsten Tag, als wir w├Ąhrend einer vierst├╝ndigen Stadtf├╝hrung, mehr ├╝ber die Sehensw├╝rdigkeiten und die Geschichte Krakaus erfahren konnten. Dabei besuchten wir unter anderem die Tuchhallen, die ehemalige Stadtmauer und den Wawel, bei dem es sich um die ehemalige Residenz der polnischen K├Ânige handelt. Zudem sahen wir diverse Kirchen, wobei wir wegen der gro├čen Anzahl nicht einmal ann├Ąhernd alle besuchen konnten. Die Stadt wird deshalb, wie wir erfuhren, die ÔÇ×Stadt der Kircht├╝rmeÔÇť in Polen genannt.

Am Sonntag gingen wir in das j├╝dische Viertel Krakaus, Kazimierz, wo wir uns eine Synagoge und einen j├╝dischen Friedhof anschauten und w├Ąhrenddessen viel ├╝ber die j├╝dischen Traditionen und die j├╝dische Lebensweise erfahren konnten. Danach schauten wir uns im ehemalige Ghetto Krakaus das aus 70 ├╝berdimensionalen St├╝hlen bestehende Mahnmal an. Diese 70 St├╝hle stehen symbolisch f├╝r die 70.000 Krakauer Juden, von denen der allergr├Â├čte Teil ermordet wurde.

Danach besuchten wir die Fabrik von Oskar Schindler. Heutzutage befindet sich in dem Geb├Ąude ein Museum, das die Zeit der deutschen Besatzung in Krakau thematisiert. Nach dem Besuch dieser Ausstellung nutzte ein Teil der Gruppe die Gelegenheit und ging zum Konzentrationslager Plaszow, um welches es in dem Film ÔÇ×Schindlers ListeÔÇť geht. Dieses KZ liegt etwas au├čerhalb der Krakauer Innenstadt, ist jedoch von der Fabrik Schindlers aus fu├čl├Ąufig zu erreichen. Heutzutage ist von dem KZ nicht mehr viel zusehen, bis auf einige der j├╝dischen Grabsteine, die zum Pflastern der Stra├če genutzt wurden.

Am Montagmorgen fuhren wir eineinhalb Stunden mit dem Bus zum Stammlager des KZ Auschwitz, auch Auschwitz I, genannt, das wir w├Ąhrend einer F├╝hrung besichtigten. Neben dem Gel├Ąnde schauten wir uns die Ausstellungen in den Baracken an. Besonders schockierend war f├╝r viele von uns die ungeheure Menge an Haaren, Schuhen, Koffern, auf denen teilweise Namen zu lesen sind, und vielen weiteren Gegenst├Ąnden. Diese wurden den Menschen nach ihrer Ankunft in Auschwitz weggenommen. Die Gegenst├Ąnde, die nach der Befreiung von Auschwitz gefunden wurden, wurden in den Baracken zu gro├čen Bergen gestapelt und geben eine Ahnung davon, wie viele Menschen in Auschwitz ermordet wurden. Dies wurde uns ebenfalls durch das ÔÇ×Buch der NamenÔÇť verdeutlicht, in dem alle im Zuge des Holocaust ermordeten und identifizierten Personen namentlich aufgef├╝hrt sind. Dort fanden wir auch die Namen der aus Halle deportierten Juden, f├╝r die im letzten Januar Stolpersteine verlegt worden sind.

Am Nachmittag hatten wir den ersten Teil unserer Arbeit im Archiv. Dabei arbeiteten wir in Kleingruppen zu den Themen Kinder und Frauen in Auschwitz, Fluchtversuche und pseudomedizinische Experimente. Am Ende pr├Ąsentierten wir den anderen Gruppen unsere Ergebnisse.

Am n├Ąchsten Tag ging es f├╝r uns nach Auschwitz-Birkenau, dem Vernichtungslager des Auschwitz-Komplexes. Als erstes stiegen wir in das Torhaus, das auf den bekannten Bildern der Schienen, die in das Lager hinein f├╝hren, ebenfalls zu sehen ist. Von dort aus kann man einen Gro├čteil des Gel├Ąndes ├╝berblicken und dort gewannen wir zum ersten Mal ein Gef├╝hl f├╝r die extreme Gr├Â├če des Gel├Ąndes. Diese ├╝berraschte und schockierte uns. Im weiteren Verlauf der F├╝hrung schauten wir uns die Wohnbaracken, eine Kinderbaracke, die Rampe, an der die Menschen nach ihrer Ankunft selektiert wurden, die gesprengten Gaskammern sowie das Mahnmal an.

Am Nachmittag waren wir erneut im Stammlager und arbeiteten im Archiv. Dieses Mal waren die Themen die SS und das Sonderkommando von Auschwitz-Birkenau. Durch die gro├če Menge an Dokumenten und Quellen, die uns zur Verf├╝gung gestellt wurden, hatten wir an beiden Tagen die M├Âglichkeit uns intensiv mit den Themen auseinanderzusetzen und konnten insbesondere etwas ├╝ber einzelne Schicksale erfahren und eine genauere Vorstellung vom Leben in Auschwitz durch Berichte von ├ťberlebenden gewinnen.

Am letzten Tag unserer Kursfahrt unternahmen wir bei sch├Ânem sonnigen Wetter eine Fahrradtour entlang der Weichsel, die uns zu einem Kloster f├╝hrte. Dort st├Ąrkten wir uns mit Kuchen, bevor wir uns auf die R├╝ckfahrt begaben. Den Abschluss unserer Kursfahrt bildete ein gemeinsames Abendessen.

Insgesamt hat uns allen die Kursfahrt sehr gut gefallen und viel Spa├č gemacht. Dabei gelang die Balance zwischen den Tagen in Krakau und denen im Konzentrationslager. W├Ąhrend der zwei Tage in Auschwitz haben wir nicht nur viel Neues ├╝ber die Zeit des Nationalsozialismus und die dahinter stehende Ideologie erfahren, sondern auch eine genauere Vorstellung entwickeln k├Ânnen, was die verfolgten und ermordeten Menschen erleiden mussten.

Wir k├Ânnen allen die Stadt Krakau nur w├Ąrmstens f├╝r einen Besuch empfehlen, da sie kulturell und architektonisch Vieles zu bieten hat. Zudem denken wir, dass man durchaus einmal in seinem Leben in Auschwitz gewesen sein sollte, da es f├╝r uns die Zeit und die Geschehnisse des Nationalsozialismus deutlich greifbarer gemacht hat.